Ein Gespräch mit einem Wissenschafts-Influencer (Online & Offline)

Am 01.03.25 Initiiert von Xi Wu

Warum führen wir dieses Gespräch?

Elon Musk sagte einmal: „Physik hat mich das Denken nach Ersten Prinzipien gelehrt.“
Was bedeutet das eigentlich? Gibt es solche „Ersten Prinzipien“ wirklich?

Aussagen wie „Die Physik steckt seit 50 Jahren in einer Sackgasse“ oder „Physik ist nur der Streit zwischen Quantengravitationstheorie und Stringtheorie“ sind allgegenwärtig – in sozialen Medien, Online-Foren und sogar in alltäglichen Gesprächen.

Gibt es eine Wahrheit hinter diesen Behauptungen? Wenn nicht, woher kommen diese Missverständnisse? Genau dort, wo Missverständnisse entstehen, wird ein Gespräch sinnvoll. Argumentation bekommt Bedeutung.

Die Bedeutung der Wissenschaftskommunikation

Die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit hat eine lange Geschichte, doch Missverständnisse über Wissenschaft sind weiterhin weit verbreitet.

Es reicht nicht aus zu sagen: „Wissenschaft wird der Welt am Ende nützen.“ Wir müssen aktiv mit der Gesellschaft in den Dialog treten.

Wie sollten wir auf wissenschaftsfeindliche oder anti-institutionelle Einstellungen reagieren?
Reicht es, einer Person, die den Klimawandel leugnet, einfach die Daten aus wissenschaftlichen Publikationen zu zeigen? Oder jemanden, der die Wirksamkeit von Impfstoffen infrage stellt, mit Statistiken zu konfrontieren?

Wenn Forschende nie direkt mit der Öffentlichkeit kommunizieren, kann das gesellschaftliche Vertrauen in die Wissenschaft langfristig bestehen bleiben?

Es ist an der Zeit, über die Bedeutung und Methoden der Wissenschaftskommunikation neu nachzudenken.

Diese Veranstaltung ist ein Versuch, genau das zu tun.
Wir laden Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen ein (keine Vorkenntnisse in Physik oder Wissenschaft erforderlich!), um gemeinsam zu diskutieren:
Was ist Wissenschaft? Welche Definitionen gibt es in verschiedenen Fachgebieten? Oder möchtest du einfach nur dieser interdisziplinären Diskussion zuhören?

Die Veranstaltung wird live online übertragen.


📅 Veranstaltungsdetails

📆 Datum: Samstag, 1. März 2025
🕒 Zeit:

  • Mitteleuropäische Zeit: 14:00 – 17:00
  • Peking-Zeit: 21:00 – 24:00
    📍 Ort: Torstraße 190, 10115 Berlin / ZOOM (Meeting-ID: 818 5696 5759)
    📺 Livestream: Auf Xiaohongshu verfügbar
    💰 Kosten: Kostenlos

📜 Ablauf

🔹 14:00 – 14:30 Vorstellung der Teilnehmenden
🔹 14:30 – 15:30 Input des Veranstalters
🔹 15:30 – 15:40 Kaffeepause
🔹 15:40 – 16:30 Q&A-Interaktion
🔹 16:30 – 17:00 Offene Diskussion

👉 Anmeldung: [https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSeQCulPvbJfbJ4gMOixYFWJl7_PCgsnjm6oH2QJ3ah35JRBBA/viewform]


🔬 Über den Veranstalter

Xi Wu promoviert in theoretischer Physik in Berlin mit Schwerpunkt auf Festkörperphysik und Quantenchaos. Er liest gerne, hört Podcasts, erkundet Städte zu Fuß, spielt Puzzlespiele und fährt Fahrrad. Besonders interessiert ist er am interdisziplinären Austausch.


🔍 Einführung: Was ist Wissenschaft?

Viele haben versucht, diese Frage zu beantworten, doch gibt es eine wirklich zufriedenstellende Definition? Vielleicht ist es wichtiger, Missverständnisse aufzuklären, als eine perfekte Definition zu finden.

Eines der häufigsten Missverständnisse ist die Vorstellung, dass Physik seit Jahrzehnten stagniert und fundamentale Fragen nicht weiterentwickelt wurden.

Woher kommt dieser Eindruck?
Wahrscheinlich liegt es daran, dass viele die Wissenschaft aus einer reduktionistischen Perspektive betrachten – sie glauben, dass das Ziel der Wissenschaft darin besteht, alle bekannten Phänomene mit einer begrenzten Anzahl von Grundgesetzen zu erklären.

Das ist nicht völlig falsch. Doch die Annahme, dass die einzige fundamentale Aufgabe der Physik darin bestehe, diese Grundgesetze zu entdecken, während alle anderen Erkenntnisse nur Anwendungen dieser Gesetze seien, ist zu einfach gedacht.

Tatsächlich befinden sich Forschende in der Untersuchung neuer fundamentaler Gesetze jenseits des Standardmodells in einer herausfordernden Lage:

  • Einerseits sind größere Teilchenbeschleuniger erforderlich, aber ihre technische Umsetzung stößt an Grenzen.
  • Andererseits können Beobachtungen im Universum weiterhelfen, doch bisher gibt es dort nur begrenzte neue Erkenntnisse.

Der Physik-Nobelpreisträger P.W. Anderson schlug eine andere Perspektive vor. Er lehnte den Reduktionismus nicht ab, sondern zeigte seine Grenzen auf.

Seine Sichtweise kann als eine andere Form des Reduktionismus verstanden werden: Auf jeder Ebene können wir versuchen, komplexe Phänomene mit weniger komplexen Bausteinen zu erklären. Ein tieferes Verständnis einer Ebene kann ein Schlüssel zum Verständnis ihrer Phänomene sein.

Zum Beispiel können viele biologische Fragen durch Chemie oder Physik erklärt werden. Anderson betonte die Bedeutung interdisziplinärer Forschung – eines der besten Beispiele dafür ist die Entdeckung der DNA-Doppelhelix, die unser Verständnis der Welt revolutionierte, nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in der Popkultur.

Seine berühmte Publikation „More is Different“ erschien vor 53 Jahren, doch seine Einsichten sind weiterhin wenig bekannt. Dies zeigt, wie notwendig es ist, das Konzept der Emergenz weiterzuvermitteln.

Lass uns diese Diskussion gemeinsam führen! 🚀