Smartphone-Nutzung im Nord-Süd-Kontext – Digitale Konsumkulturen

Am 11.07.26 Initiiert von Anton

Der 11. Juli 2026 markiert den 37. Weltbevölkerungstag.

Heute nähert sich die Weltbevölkerung der 8,3-Milliarden-Grenze. Davon haben über 6 Milliarden Menschen Zugang zum Internet, und die Zahl der aktiven Smartphones hat die 7-Milliarden-Marke überschritten.

Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit waren wir durch ein und dasselbe digitale Gerät so präzise, aber auch so unausweichlich miteinander vernetzt.

Ob in China, Deutschland oder an jedem anderen Ort der Welt: Das Smartphone ist längst kein bloßes Werkzeug mehr. Es ist zu unserer „zweiten Prothese“ geworden – unverzichtbar für unser Überleben, unsere sozialen Kontakte, unseren Konsum und unsere Wahrnehmung der Welt. Es wirbt mit dem Versprechen, „die Ferne greifbar zu machen“, fesselt uns jedoch gleichzeitig unbarmherzig an endlose Informationsströme und die Käfige maßgeschneiderter Algorithmen.

Die Technologie versprach uns grenzenlose Verbundenheit, hinterließ jedoch ein kollektives psychologisches Dilemma:

Das Paradoxon der Kontrolle: Wir wissen genau, dass wir vom Bildschirm konsumiert werden, und kapitulieren dennoch mit jedem Wischen unserer Fingerspitzen aufs Neue.
Die kapitulierte Zeit: Immer wieder versuchen wir, die Kontrolle über unsere Zeit zurückzugewinnen, nur um uns den raffiniert gestalteten Suchtmechanismen geschlagen zu geben.
Die digitale Erschöpfung: Die enorme Informationsdichte macht uns müde und rastlos wie nie zuvor – doch in dem Moment, in dem wir das Smartphone weglegen, verfallen wir in eine noch tiefere innere Leere.

Ist dies das persönliche Versagen einer „mangelnden Selbstbeherrschung“? Oder erleben wir die koordinierte Jagd eines Systems aus Algorithmen und digitalem Kapitalismus?

Wie reagiert die Öffentlichkeit in China und Deutschland auf die allgegenwärtige Bildschirmsucht und die digitale Entwurzelung? Welche unterschiedlichen Phasen des Schmerzes und der Reflexion durchlaufen beide Gesellschaften? Und wie können wir in einer globalen, durch Codes neu definierten Gesellschaft die Autonomie über unsere Aufmerksamkeit, unsere Zeit und unseren Lebensstil zurückerobern?

Anlässlich des Weltbevölkerungstages laden wir Sie ein, die Technologie aus einer globalen, interkulturellen Perspektive zwischen Nord und Süd kritisch zu hinterfragen. Lassen Sie uns die sanfte Maske der Technologie wegreißen und gemeinsam die Kernfrage stellen:

Ich und mein Smartphone – Sind wir Herr und Diener, oder Wirt und Parasit?

Veranstaltungszeit
11. Juli 2026 (Samstag)
19:00–21:30 Uhr

Veranstaltungsort
Berlin Mitte
(wird nach der Anmeldung mitgeteilt)

Teilnahmegebühr
3 €
(Organisationskosten)

Anmeldung Hier.

Initiator
Anton Bogs

Derzeit promoviert er in Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin, mit den Forschungsschwerpunkten Regierungsführung, Digitalisierung und politische Partizipation in China. Sein Interesse an China wurde bereits während seines Bachelorstudiums geweckt; später studierte er in Xi’an und Peking. Er interessiert sich für verschiedene gesellschaftliche Themen und verfolgt aufmerksam die deutsche Politik.