Wahrheit hinter den Schlagzeilen-Bias und Reflexion in der chinesischen und deutschen Medienberichterstattung

Am 16.01.25 Initiiert von Ming Shi, Leonardo Pape,Vincent

Nährboden für Vorurteile
Wenn wir Nachrichten konsumieren, sind es die Überschriften, die zuerst unsere Aufmerksamkeit fesseln und oft Träger voreingenommener Haltungen sind. Sensationalistische oder polarisierende Überschriften regen nicht nur zum Klicken an, sondern schaffen auch eine Erzählweise, die durch die Übertreibung extremer Aspekte eines Ereignisses leicht verbreitet wird, jedoch schwer zu hinterfragen ist.

Clickbait und der Lautsprecher der öffentlichen Meinung
Heutzutage strömen Informationen wie eine Flut in unsere Wahrnehmung – von den Benachrichtigungen in sozialen Medien bis hin zu den Schlagzeilen der Mainstream-Nachrichten. Es scheint, als ob jede Sekunde von einer Vielzahl an Erzählungen und Perspektiven dominiert wird. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Ist die Nachrichtenberichterstattung eine Brücke zur Wahrheit oder ein Nährboden für Vorurteile und Täuschung?
Besonders bei komplexen internationalen Themen, wie etwa der unterschiedlichen Darstellung der AfD in chinesischsprachigen und deutschen Medien, wird es für jeden Konsumenten von Informationen unerlässlich, die Glaubwürdigkeit der Quellen zu prüfen und mögliche Vorurteile zu erkennen.

Gleichzeitig beobachten wir in der Berichterstattung über die AfD in chinesischsprachigen und deutschen Medien nicht nur Unterschiede im Inhalt, sondern auch eine Vielfalt an Erzählperspektiven. Wie entstehen Vorurteile hinter diesen Erzählungen? Liegen sie an der Haltung der Medien, den Entscheidungen der Redakteurinnen und Redakteure oder den Erwartungen des Publikums?
Die Beantwortung dieser Fragen ist nicht nur eine Verantwortung der Medien, sondern erfordert auch die aktive Teilnahme der Öffentlichkeit.

Wie finden wir zurück zur Wahrheit?
Was bedeutet „Medienkompetenz“ und wie sollten wir das „Post-Truth“-Zeitalter verstehen? Emotionalisierte Kommunikation und das wachsende Misstrauen gehören unweigerlich zu unserer Existenz in der Informationsgesellschaft. In dieser Veranstaltung möchten wir einen neuen Dialog anstoßen, den gemeinsamen Puls spüren und die Diskussion weiterführen.

Durch die Beiträge unserer drei Gäste und deine Teilnahme möchten wir untersuchen: Wie präsentieren chinesischsprachige Medien Themen mit Bezug zu Deutschland, und wie betrachten deutschsprachige Medien das fernöstliche Land, das 7224 Kilometer entfernt liegt? Und wie können wir im Zusammenspiel vielfältiger Informationen den Funken der Wahrheit finden?
Wir freuen uns darauf, dass du mit Fragen kommst, um gemeinsam zu den Fakten zurückzukehren.

Veranstaltungszeit:
Donnerstag, 16. Januar 2025, 19:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Berlin Mitte (genauer Ort wird nach der Anmeldung mitgeteilt)

Veranstaltungssprache:
Chinesisch (Fragen und Antworten können auf Deutsch/Englisch sein)

Ablauf:

19:00–19:30: Selbstvorstellung
19:30–20:30: Gastvortrag
20:30–21:30: Fragerunde
21:30–22:00: Freie Diskussion

Teilnahmegebühr:
3 € (für Vereinsmitglieder kostenlos)

Teilnehmerzahl:
25 Personen

Anmeldelink:
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLScBJa3zl3FSGgBfpebHxsORt8Yps57_nVB52K-RaSEjrY-gOQ/viewform

Gesprächsgäste:

Ming Shi
Geboren 1957 in Peking, wo er auch studierte und arbeitete. 1987 wurde er von seiner Arbeitseinheit nach Köln, Deutschland, entsandt. Seitdem lebt er als unabhängiger Journalist und Autor in Deutschland.
https://de.wikipedia.org/wiki/Shi_Ming

Leonardo Pape
Unabhängiger deutscher Journalist, der vor allem für die taz (Die Tageszeitung) und China.Table schreibt. Während seines Studiums war er ein Jahr lang als Austauschstudent in Peking und Shanghai. Nach seinem Masterabschluss 2022 zog er von Deutschland nach Taiwan, um für deutsche Medien zu berichten. Seine Berichterstattung konzentriert sich hauptsächlich auf die Beziehungen zwischen China und Taiwan sowie feministische und gesellschaftliche Themen. Anfang dieses Jahres zog Leo zurück nach Berlin und plant, in Zukunft als Auslandskorrespondent deutscher Medien dauerhaft nach China zu gehen.

Vincent
Masterstudent im Bereich Medienwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Er hat in verschiedenen Medienorganisationen Praktika absolviert und Artikel verfasst. Sein Interesse gilt Medien und Journalismus.